Archiv der Kategorie 'Filz-News'

Strafprozess gegen Gentechnikgegnerin: Verfahren gegen Auflage eingestellt

2009 fanden in Berlin Aktionstage gegen den Filz in der Gentechnik statt. Eine symbolische Kletteraktion vor der Niederlassung des Julius-Kühn-Instituts in Berlin Dahlem scheiterte. Heute stand eine beteiligte Aktivistin in Berlin wegen Hausfriedensbruch vor Gericht, weil sie Rechtsmittel gegen einen Strafbefehl eingelegt hatte. Nach einer Dreiviertelstunde wurde das Verfahren gegen Auflage von 150 Arbeitsstunden wegen geringer Schuld eingestellt.

Die Aktivist_innen hatten 2009 mit der gescheiterten Transparentaktion auf etwas aufmerksam machen wollen, was auch heute noch gilt: Das JKI ist als Benehmensbehörde an der Prüfung und Zulassung neuer Gentechnikpflanzen beteiligt, bezieht aber gleichzeitig selbst eindeutig Stellung für Gentechnik und ist beispielsweise Mitglied des Pro-Gentechnik-Lobbyverbandes Inno-Planta. Außerdem sind in den Gremien des vermeintlich unabhängigen Kontroll-Institutes JKI die Konzerne sogar selber vertreten.

„In den Zirkeln des JKI sitzen die Konzerne zusammen und bescheinigen sich gegenseitig die Unbedenklichkeit ihrer eigenen, hochgefährlichen Versuche. Dieses Beispiel ist kein Einzelfall und auch nicht neu, sondern beängstigender Normalzustand.“ so die Angeklagte. Erst vor wenigen Tagen wurde erneut eine skandalöse Verflechtung von Genehmigungsgremien und Lobbyismus im Bereich der Agrogentechnik bekannt: Die Verwaltungsratschefin der europäischen Zulassungsbehörde EFSA Banati arbeitet gleichzeitig im International Life Sciences Institute (Ilsi)- einer Lobbyorganisation für Gentechnikkonzerne wie Syngenta, BASF und Monsanto. „Offenbar gibt es bei Banati keinerlei Interessenskollision- sie scheint ihre Rolle innerhalb der EFSA als praktische Lobbyposition für Gentechnik zu begreifen“ kritisiert eine weitere Aktivistin, die ihren Unmut mit Kreide vor dem Gericht zu Farbe werden lässt. „Statt etwas gegen Gentechnik zu unternehmen, werden die Gegner_innen kriminalisiert, obwohl etwa 80% der Menschen in Deutschland Gentechnik ablehnen.“ Das Kreidemalen vor dem Eingang des Gerichtes wurde brutal unterbunden und der Prozess wurde sogar kurzzeitig unterbrochen, weil die Polizei herausfinden wollte, welche der anwesenden Personen im Zuschauerraum ein Transparent vor dem Eingang gehalten hatte.

In Gießen sitzt seit letzter Woche der kritische Journalist und Autor Jörg Bergstedt eine sechsmonatige Haft ab, weil er ein Feld mit nicht einmal 10 Quadratmetern Gengerste zerstört hat. „Dabei stellen angesichts der Zustände in Konzernen und Behörden, in Forschungseinrichtungen und Ministerien, solche Aktionen das einzig verbliebene Mittel dar, etwas wirksames gegen Gentechnik zu unternehmen. Feiern und nachahmen sollten die Gerichte solche Aktionen- nicht bestrafen!“ so die Aktivistin weiter.

Prozesstermin am 05. Oktober

Am Dienstag, 05.10.10 findet am Amtsgericht Tiergarten (Turmstr. 91, Raum 571) in Berlin ein Strafprozess gegen eine Aktivistin statt. Dieser wird nach einer Kletteraktion, die im September 2009 stattfand, Hausfriedensbruch vorgeworfen. Die Aktion war Teil der Aktionstage gegen die Seilschaften zwischen der Gentechnik-Industrie und staatlichen Institutionen. Das Julius-Kühn-Institut (JKI) in Berlin wurde als Ort der Kritik ausgewählt, um auf dessen Rolle in der Durchsetzung der sog. „grünen Gentechnik“ hierzulande hinzuweisen.
Akteneinsicht wurde der angeklagten Aktivistin bisher verwehrt.
Kontakt: Berlin_entfilzen(aehhht)riseup(poookt)net

Berlin: Blockade am Forschungsministerium

Aktivistinnen ketten sich am Haupteingang des BMBF in Berlin fest und protestieren gegen die Finanzierung der Gentechnik durch die öffentliche Hand.

„Entfilzen“ steht auf einem Transparent am Haupteingang des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Zwei Personen haben sich an einem Zufahrtstor mit einem Stahlrohr fest gekettet, weitere GentechnikgegnerInnen klären PassantInnen über ihre Aktion und die Seilschaften in der Gentechnik auf. (mehr…)

Berlin, 11. September 2009: Demonstration gegen Agrogentechnik am Forschungsministerium

– Gutgelaunter, bunter und creativer Protest -

Demostration 11.September Berlin
Am heutigen Freitag gegen 13.00 Uhr demonstrierten etwa 20 Menschen und mehrere Großpuppen am Bundesministerium für Bildung und Forschung gegen die Verflechtungen der Gentechniklobby mit offiziell unabhängigen staatlichen Stellen. weiter…

Gentechnikkritischer Markt am Ökomarkt Chamissoplatz

Am Samstag 12. September findet auf dem Ökomarkt Chamissoplatz von 8 bis 14 Uhr eine Veranstaltung zu Seilschaften in der Gentechnik statt.

Flyer: Ökomarkt Berlin

weitere Termine in Berlin

Soli-Party für Genfeldbesetzungen im Bethanien

Am Samstag, 12. September findet ab 21 Uhr im Bethanien eine Soli-Party für Genfeldbesetzungen statt.

Flyer zur Soliparty

weitere Termine in Berlin

Berlin, 10. September 2009: Protestaktion gegen Gentechnik brutal unterbunden

Transparent vor dem Julius Kühn Institut
Kletter_innen haben am Donnerstag Morgen in Berlin-Dahlem versucht, vor der Niederlassung des Julius-Kühn-Institutes (JKI) ein Transparent zwischen zwei Fahnenmasten aufzuhängen. Sie wollten damit auf die in ihren Augen skandalösen Verflechtungen zwischen Gentechnikindustrie und Kontrollbehörden aufmerksam machen, wurden aber von einem Security daran gehindert. Die Aktivist_innen wurden mitsamt ihren Unterstützer_innen am Boden in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt. „Mir wurde
brutal in den Bauch geschlagen. Meine Fingerabdrücke sollten genommen werden – dabei ist der Vorwurf Hausfriedensbruch, also eine Tat, wo weder zur Verhinderung noch Aufklärung Fingerabdrücke helfen.“ „Die Beamten sagten zu mir: >Die Abnahme der Fingerabdrücke wird schmerzhaft werden, also machen wir mal die Tür zu< , berichtet eine weitere Aktivistin, die mit Gewalt zu dieser Maßnahme gezwungen wurde. weiter…