Archiv der Kategorie 'Filz-News'

Gentechnikfilz-News vom 22.1.2013

Hallo,
die Demo „Wir haben es satt!“ ist vorüber – und ich fuhr mit deutlich gemischten Gefühlen wieder zurück. Meine Freude über die Demo 2011 (die ich nicht mitmachen konnte, weil ich im Knast saß) war groß: Ein weiterer Schritt vom ewigen Gegeneinander zwischen Naturschutz, LandwirtInnen, VerbraucherInnen – hin zu gemeinsamen politischen Kampagnen. „Faire Milch“, der Kampf gegen Schlachthöfe und Tierfabriken, gegen Gentechnik usw. gehörte in den letzten Jahren auch zu diesem Erlebnis, dass da zusammen kommt (und kämpft), was zusammengehört. Dass die anfängliche Euphorie raus ist, ist kein Beinbruch, sondern normal. Aber dass der Aufbruch in eine Art professionellen Bewegungsmanagement mündet, das halte ich – auch wenn es heutzutage ebenfalls üblich ist – für gefährlich.
Genau so habe ich die Demo in Berlin aber erlebt. Hier trafen sich viele Menschen, die in ihren Kämpfen vor Ort zu guten Teilen ausgelutscht sind. Die Wallfahrt nach Berlin wird zur schlichten Wiederholung. Sie ist immer perfekter organisiert: Mit Bussen, mit professioneller Bühnenschau (fast komplett ohne Inhalte, dafür aber mit vielen Sprüchen und Bewegungsspielchen – eher ein „Wetten, dass …“ im Freien als politischer Protest) und organisiert von einer seltsamen Sphäre völlig abgehobener Hauptamtlicher, die immer mehr nur noch eines im Blick haben: Diesen Protest immer zu wiederholen, denn er sichert ihre Jobs über die damit verbundenen Spenden und Förderungen.
Die Praxis des Protestes – von Blockaden an Tierfabriken über abgebaute Gentechnikschaugärten bis zur Gegenwehr gegen Behörden, Gerichte und mehr – sie kam in der niveaulosen Schau am Samstagsmittag vor leeren Regierungsgebäuden gar nicht mehr vor. Sie interessiert die BewegungsmanagerInnen auch nicht. Was zählt, sind Medienevents, Masse und Kasse.
Das alles spricht nicht für große Demonstration. Aber es bedarf einer anderen Verknüpfung. Die Basis widerständiger Praxis sind viele handlungsfähige Zusammenhänge in den konkreten Kämpfen. Wenn die dann einmal oder einige Male überregional zusammenkommen, um auch Masse zu zeigen, ist das gut. Wenn die Massenaktion aber die – hauptamtlich organisierte, d.h. auf Geld beruhende – Hülle für wenig Inhalt ist, dann läuft was falsch.
Ich jedenfalls werde weiter meinen Schwerpunkt in den konkreten Kämpfen suchen und würde mich freuen, wenn sich niemand blenden lässt von der selbstinszenierten und –verschuldeten Show in Berlin. Es wird auf Anderes ankommen. Und damit vor allem auf Euch. Eine andere Landwirtschaft entsteht aus dem konkreten Handeln, aus Protest, aus Aktion, aus Projekten, aus einer Praxis solidarischer Landwirtschaft und vielen mehr. Aber höchstens als Ergänzung aus Unterschriftenlisten, vorgefertigten Emails und dem Ausfüllen von Überweisungsträgern.
Falls nun jemand fragt: „Warum sagst Du denen das nicht?“ Dann muss ich leider antworten: Habe ich versucht. Aber die reagieren gar nicht mehr in ihren Büro in irgendwelchen Hauptstädten. Bewegung ist da nicht anders wie Behörden. Die Apparate verselbständigen sich. Das ist keine Bosheit, sondern normal Wir aber sollten unnormal sein!
Beste Grüße aus der Projektwerkstatt in Saasen … Jörg B.

Lage 2013

Hier folgen immer wieder unsere Rechercheergebnisse, was an Feldern zu erwarten ist.

  • Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz einschließlich der Felder dort ist Geschichte (schon vermeldet).
  • Der Weizenversuch für den Standort Üplingen ist jetzt auch offiziell auf Herbst 2013 als Aussaatzeitpunkt verschoben worden. Die Behauptungen des Umweltinstituts München (gegenüber der Presse) und des Infodienst Gentechnik (auf eigener Internetseite), es gäbe dieses Feld jetzt schon, waren falsch – und zeigen leider einmal, dass von den NGO-Büros die praktische politische Arbeit doch nur sehr eingeschränkt möglich ist. Die Kontonummer stimmt meist, beim Rest wird es schwierig. Zum anderen zeigen sie die Folgen der Dummheit, dass mit den AktivistInnen der Praxis meist ganz bewusst kein Kontakt gehalten wird. Die aber wissen da draußen einfach besser Bescheid …
  • Gegen den BASF-Kartoffelversuch auf dem Limburgerhof (BASF-Agrarbetriebsgelände südlich Ludwigshafen) läuft zur Zeit die Einwendungsfrist. Das Umweltinstitut München sammelt Einwendungen. Unterschreiben ist gut – aber bitte nicht denken, dass sich mit Unterschriften Felder verhindern lassen! Also nur unterschreiben, wenn das nicht von anderen Aktivitäten abhält!
  • Denkbar sind laut Anmeldestand weiter das Monsanto-Rübenfeld in Gerbitz (wurde 2012 nicht bearbeitet und verunkrautete völlig) und das KWS-Rübenfeld in Üplingen. Weiter gültig sind auch die Genehmigungen der Uni Rostock für Tabak und Weizen sowie von Mais der Firma Pioneer.
  • Üplingen als Standort wackelt aber immer mehr. Da zumindest im Sommerhalbjahr 2013 der Weizenversuch des IPK dort noch nicht stehen wird, fehlt möglicherweise der Impuls und auch das Geld, dort noch weiterzumachen. Außerdem habe kreative Köpfe die Anlage einfach kurzerhand abgebaut (zwei Kilometer Zaun und einiges mehr sind entfernt und im Ort verschenkt worden … siehe unten zu diesem Husarenstreich).
  • Für 2013 (und 2014) bleibt auch genehmigt der Pferdeversuch in Mecklenburg-Vorpommern

Mit direkten Links zu den Feldgenehmigungen usw. ist dieser Text auch auf www.gentech-weg.de.vu zu finden.

NEUES AUS DEN SEILSCHAFTEN

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Gentechnikfilz-News vom 7.12.2012

zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor „Monsanto auf Deutsch“)

Hallo,
die aktuelle Schlagzeile ist: BASF wird auch 2013 – trotz anderslautender Presseankündigungen im Frühjahr 2012 – Versuchsfelder anlegen. Beantragt sind die jetzt auf dem BASF-Betriebsgelände Limburgerhof (ob zusätzlich oder statt denen in Sachsen-Anhalt, ist noch nicht erkennbar). Mehr Infos … Für den Feldstandort Sachsen-Anhalt, eventuell auch den Schaugarten Üplingen könnte die Nachricht schlecht sein – jedenfalls, wenn es keine Kopie des Feldes im Schaugarten geben würde.

Ausblick 2013

Mehrere der Felder, die auch 2012 erlaubt waren oder gewesen wären, dürften vom Genehmigungsstand auch 2012 angebaut werden, darunter mehrfach Mais, Tabak, Weizen (Uni Rostock) und KWS- sowie Monsanto-Rüben. Sie waren auch 2012 vorgesehen für die Standorte am AgroBioTechnikum und in Üplingen. Beides geschah nicht. Ob es 2013 geschieht, ist unklar. Klar scheint nur:

  • Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz einschließlich der Felder dort ist Geschichte – jetzt auch offiziell von Seiten der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern.
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Newsletter vom 13.9.2012

Das InnoPlanta-Forum 2012 ist Geschichte. Das Ergebnis kann nicht befriedigen. Trotz guter Vorbereitung gelangen einige direkte Aktionen nicht. Enttäuschend ist aber fraglos das zahlenmäßige Missverhältnis aus unseren Ankündigungslisten, die wir das Jahr über gefüllt hatten. 297 Namen waren darauf, vielleicht 10 davon kamen (plus einige weitere). Das wirft ein deutliches Licht auf die Protestkultur in Deutschland: Ankündigen ja, Spenden ja, Unterschreiben auch, symbolische Aktionen mitmachen durchaus – das ist auch alles nicht verkehrt. Aber wo es in den Konflikt geht, da sieht es dünn aus. Das bedeutet nicht, wie die GentechniklobbyistInnen gleich wieder herausposaunten, dass ihr Kram mehr akzeptiert wird. Aber es ist ein Signal an die Herrschenden: Wir finden Eure Politik und Eure Tätigkeiten zwar doof, aber so richtig dagegen was machen werden wir nicht. Dieses Problem besteht fraglos nicht nur bei der Gentechnik.
Wer dabei war und sich erinnern will oder nicht gekommen ist, aber mehr nachlesen will, was ging: Bericht.
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Seilschaften-News

Bericht vom Besuch auf den DLG-Feldtagen

Es gibt endlich einen Bericht von unserem Besuch und den Interviews – mit Filmausschnitten. Schaut hier. Dort steht auch der Link zum Film … viel Spaß!

Feldbefreiungen

Die taz hat inzwischen umfangreich über Feldzerstörungen in 2012 berichtet. Unstrittig völlig zerstört wurde das Kartoffelfeld in Gatersleben – also da, wo nun das InnoPlanta-Forum stattfinden soll (Bericht zu allen Feldern 2012).

Aus und vorbei: AgroBioTechnikum und Schaugarten Üplingen bleiben 2012 dicht

Die Überraschung des Frühjahrs: Beide Versuchsballungen, betrieben von den mafiosen Seilschaften der Kerstin-Schmidt-Firmen und Umfeld, werden 2012 ohne Felder bleiben. AgroBioTechnikum in Sagerheide und BioTechFarm/Schaugarten in Üplingen sind vorerst tot. Mehr hier …

Gentechnikfilz-News vom 26.4.2012

Gentechnikfilz-News vom 26.4.2012,
zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor „Monsanto auf Deutsch“)

Hallo!
Diesmal will ich mit einem Aufruf starten – und der ist mir sehr, sehr wichtig. Denn über die bundesweiten Verflechtungen ist jetzt viel informiert worden – im Internet, auf Veranstaltungen, per Broschüre und Buch. Doch an vielen Universitäten und in Landeseinrichtungen wird – mitunter kräftig finanziert von Landesregierungen – munter an neuen Pflanzen, Patenten und Methoden geschraubt. Wir brauchen jetzt Menschen, die den Gentechnikseilschaften in Universitäten und Landeseinrichtungen auf die Finger gucken und klopfen! Ich kann von hier aus nicht auch noch in allen Ländern hinschauen bzw. – was ja noch besser wäre – Aktionen organisieren: Anwesenheit und Protest bei Veranstaltungen, enthüllende Broschüren/Internetseiten zum Filz in einem Bundesland usw.
Daher mein Aufruf: Bildet Banden – lose Runden von Menschen (aus verschiedenen Gruppen oder auch einfach so unabhängig von irgendwelchen Mitgliedschaften), die genauer hinschauen. Erste Gespräche dazu haben auf meinen letzten Vortragstouren in Bayern und Sachsen stattgefunden. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kann auf den bestehenden Protest gegen die beiden Hochburgen der Versuchsfelder aufgebaut werden. Für andere Länder gibt es noch keine Ideen – aber das darf gerne noch werden!
Für vier Bundesländer habe ich das bei uns inzwischen gesammelte Wissen auf Internetseiten zusammengestellt – und sammele gern weitere Infos, die ich da dann erst einmal einfüge. Früher oder später sollte es dazu aber Infoseiten aus den Ländern geben. Hier die bisherigen Links:

Es ist viel diskutiert über die Gefahren der Gentechnik, die dadurch gewachsene Macht der Konzerne gegenüber den LandwirtInnen und VerbraucherInnen. Wir wissen viel über europäische und die deutschlandweiten Netzwerke. Nun brauchen wir Runden von Menschen, die das auch auf Landesebene und in den bislang wenig beachteten Landeseinrichtungen wie Universitäten, landwirtschaftliche Fortbildungsstätten und Untersuchungsanstalten einbringen. Denn hier läuft oft „business as usual“. Hinter der Fassade von Begleitforschung, Wissenschaft und mehr werden die Dinge weitervorangetrieben. Der Protest muss in diese noch verbliebenen Hochburgen der rücksichtslosen Jagd nach Profit hineingetragen werden. Damit mit dieser Form der Technikentwicklung nach Profitlogik endlich ganz Schluss ist!

Auf Länderebene gibt es noch viele wenig oder unbeachtete Bereiche, so unter anderem:

  • Förderprogramme der Landesregierungen (z.B. For Planta in Bayern)
  • Pflanzenentwicklung und Methodenforschung an Universitäten
  • Gentechnikwerbung in der landwirtschaftlichen Ausbildung

Deshalb wäre es gut, wenn sich auf Landesebene jeweils Kreise von Personen zusammentun, die …

  • Recherchieren, was an Universitäten und in Landeseinrichtungen jeweils so läuft
  • Beobachten, welche Förderprogramme und Veranstaltungen geplant sind und dazu Aktivitäten entwickeln, Termine herumreichen, Protest koordinieren
  • Ideen für parlamentarische Anträge und Anfragen sammeln
  • Öffentlichkeitsarbeit zu den Seilschaften im jeweiligen Bundesland machen: z.B. eine Broschüre, Flugblätter, Internetseite, Veranstaltungen.

Ich würde mich freuen, wenn sich in möglichst vielen Bundesländern Runden von Menschen finden, die das in die Hand nehmen. Ich unterstütze gerne – gerade in der Anfangsphase. Gerne komme ich zu einem ersten Treffen, wo Näheres besprochen wird (z.B. auch verbunden mit einer Veranstaltungsrundreise mit meinem Vortrag „Monsanto auf Deutsch“). Aber bitte erwartet nicht, dass ich dann Vorantreiber bin, koordiniere … das geht von hier aus nicht (und in Hessen wird das auch nur als kleiner Personenkreis klappen, weil BUND, Grüne, Kirche usw. auf Landesebene zu politiknah sind und deshalb AktivistInnen schlicht hassen).

Im Mai bin ich in und um Rostock – machen wir da ein Treffen, um Weiteres zu besprechen?
In und um Üplingen werden etliche Strafprozesse gegen GentechnikgegnerInnen laufen – wäre das eine Gelegenheit, sich auch weiter zu besprechen? Dort steht die Aussaat unmittelbar bevor – eine Saison voll Aktivitäten wäre gut plus dann im September das InnoPlanta-Forum!
Kleine Vortragstouren mache ich ohnehin in der nächsten Zeit durch Niedersachsen und nach Thüringen. Wie sieht es da aus?
Im Oktober soll es noch einmal nach Bayern gehen – vielleicht ist bis dahin schon etwas entstanden?

Ich würde mich sehr, sehr freuen über „Monsanto auf …“ oder wie das Ding dann auch immer betitelt wird.

So long und beste Grüße aus der Projektwerkstatt in Saasen, Gruß von Jörg B.

P.S. Die aktuelle Lage bei den Felderanmeldungen. Zwei sind im Standortregister:

  • RoundupReady-Rüben in Nienburg/Gerbitz (Saale), ein Versuch von Monsanto
  • Mais von Pioneer in Üplingen (bis 7 ha, also möglicherweise Beet im Schaugarten plus große Fläche)

Das Freisetzungsregister lässt aber noch mehr erahnen …

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NEUES AUS DEN SEILSCHAFTEN

Dramatische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern: Gentechnikfilz massiv unter Druck
Welch eine Überraschung: Am 14. April veröffentlichte die Ostseezeitung auf der Titelseite als Aufhänger einen umfangreichen Artikel über „Filz und Mauschelei um die Gentechnik?“ plus böser Kommentar auf der Folgeseite. Als Infoquelle war da zwar neben dem tatsächlich in Mecklenburg-Vorpommern aktiven BUND die Organisation Greenpeace angegeben – aber sehen wir einmal über diese Albernheit und das Verschweigen unserer Quellen hinweg (Greenpeace hat sich tatsächlich ja immer rausgehalten, wenn es um Versuchsfelder ging), dann ist das ein richtig großer Schritt. Ich denke da immer noch zurück an die Zeiten, als wir mit dem Protest anfingen in und um Sagerheide und Groß Lüsewitz. Da bekam die permanente Versuchsleiterin Inge Broer immer ein Interview in der Zeitung als Reaktion auf unsere Aktionen. Und nun sind die Verhältnisse also auch dort umgekehrt. Der Artikel ist sehr lesenswert und unter www.projektwerkstatt.de/gen/filz/rostock/oz120414.pdf zu finden. Interessant ist nicht nur, dass Kerstin Schmidt dort den Tod der Agrogentechnik in Mecklenburg-Vorpommern ankündigt, sondern die Zeitung auch den geplanten Umzug nach Üplingen beschreibt. Das hatten wir ja schon einige Male als Vermutung geäußert.
Nun kam es aber gleich noch dicker: Am 25. April gab es einen Nachschlag auf der Wirtschaftsseite der OZ – und wieder wurden Politik und die Firmengeflechte des AgroBioTechnikums unter die Lupe genommen, von „faulen Tricks“, ergaunerten „100 Prozent Fördersatz“ usw. gesprochen. Lest selbst: www.projektwerkstatt.de/gen/filz/rostock/oz120425s5.pdf.

Vorher schon: Landtagsanfrage in Mecklenburg-Vorpommern
Die Grünen stellten Fragen zu den Kosten der Bewachung der Genversuchsanlage. Als die Antwort (Landtagsdrucksache am 21.3.2012) kam, schaffte es die Meldung auf die Titelseite der Ostseezeitung. Die Polizei übte sich in Notlügen für ihre teuren Hilfsmaßnahmen für die Gentechnik-Seilschaften. So erfanden sie einen Feldbesetzungsversuch 2010 …
Auszug aus der Ostseezeitung am 28.3.2012 (Titelseite): „Umstrittene Polizeieinsätze zum Schutz von Genkartoffeln bringen Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in Erklärungsnot. 2010 und 2011 kreisten Hubschrauber der Landespolizei insgesamt 26 Stunden über den Anbaufeldern des AgroBiotechnikums Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock). Hinzu kamen 31 Wacheinsätze und 40 Personenkontrollen mit über 200 Einsatzstunden. Gesamtkosten: mehr als 112 000 Euro. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Ursula Karlowski hervor, die der OZ vorliegt. Damit dürften die Gen-Knollen von Groß Lüsewitz die teuersten Kartoffeln der Welt sein. Immer wieder hatten Umweltaktivisten Anbaufelder besetzt und verwüstet. Trotz der Sachschäden übte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr Kritik am Polizeieinsatz. „Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis.“ Das Innenministerium in Schwerin begründete die Polizeieinsätze mit Sachschäden von 385 000 Euro. Caffier sagte, in Groß Lüsewitz sei „Gefahr im Verzug“ gewesen.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Landtagsanfrage (Drucksache 6/358) (Links zu Pressetexten und Anfrage auf www.aggrobiotechnikum.de.vu):

  • Der Staat hat nicht nur mit den Fördermitteln für Haus, Land und die gefälschten Biosicherheits-Versuche die Gentechnik-Seilschaften unterstützt, sondern auch noch mit seinen Polizeitruppen.
  • Die Sachschäden von 385000 Euro sind trotz der kostenintensiven Bewachung entstanden – also war das Verpulvern von Steuergeldern auch noch wirkungslos.
  • Den vermeintlichen Feldbesetzungsversuch 2010 hat die Polizei frei erfunden, um ihre Hilfsaktionen für die Gentechnik-Seilschaften zu legitimieren.
  • Auslöser fast aller Einsätze ist das Wachpersonal, d.h. also die Polizeieinsätze werden von den Gentechnikseilschaften und ihren Bediensteten veranlasst.
  • Betroffen ist vor allem die Allgemeinheit, z.B. von insgesamt 40 Verkehrskontrollen innerhalb von drei Jahren.
  • Im AgroBioTechnikum dürfen neu gegründete Firmen eigentlich nur fünf Jahre arbeiten, weil diese Arbeit stattlich gefördert ist. Ausnahmen sind bis acht Jahre zulässig. Das Firmenkonsortium von Kerstin Schmidt und Uni-DozentInnen ist seit 2005 dort tätig, d.h. also im siebten Jahr. Die Ausnahme ist die Regel. Um deren Weiterarbeit zu sichern, wird das AgroBioTechnikum saniert.

Peinlicher Patzer auch am Schaugarten Üplingen
Blindes Huhn find … ein bisschen war es so und nun ein Zufall, dass wir mit einer zunächst scheinbar unsinnigen und unscheinbaren Handlung vielleicht etwas Interessantes erreichen. Wir wollten ja den Vortrag im Hofgut Üplingen halten. Die BioTechFarm hat uns das ja verboten. Doch das steht, wie wir inzwischen mitbekamen, im Widerspruch zu Aussagen der Landesregierung, die auf Nachfragen nach den Fördergeldern für den Ausbau öffentlich gesagt hat, das Begegnungszentrum hätte mit der BioTechFarm nichts zu tun. Könnte sein, dass der ganze Vorgang doch ein ziemlicher Patzer von denen ist – und hoffentlich Wut vor Ort schafft.
Direkt ausgewirkt hat sich das aber noch nicht – leider! Ca. 30 KritikerInnen des Schaugartens Üplingen waren letztes Wochenende bei Veranstaltungen und Spaziergängen in und um das Dorf dabei – Bericht. Unter Beteiligten sind einige weitere Ideen für die nächsten Wochen diskutiert worden, z.B. Besuche örtlicher Feste (am 30.6. ist 900 Jahre Warsleben, am 7.10. der Tag der Regionen in Oschersleben. Besonders in den Fokus soll die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz genommen werden, die Flächen und Tagungszentrum bereitstellt für die GentechniklobbyistInnen. Weiter mobilisiert wird natürlich auch für das am ersten Montag/Dienstag im September zu erwartende InnoPlanta-Forum. Ca. 200 Personen haben bislang ihr Interesse in Listen signalisiert.

Konzerntricks
Skandalös agieren mal wieder die Konzerne: BASF hatte mit der Ankündigung des Verzichts auf Felder in Deutschland gelogen (und die Umweltverbände waren mal wieder reingefallen). Der Konzern macht nun doch Felder, aber mit dem Nachfolgemodell der Amflora (heißt: Modena). Bislang bekannt: In Sachsen-Anhalt. Unglaublich schwer, jetzt den Ort zu erraten …

Warnende Stimmen: Alois Heissenhuber (TU München) und Friedhelm Taube (Uni Kiel)
Die formulierten: „In Deutschland müssen wir uns fragen, ob wir uns in der Agrarforschung nicht zu stark auf den Bereich der biotechnologischen Möglichkeiten fokussieren, während klassische Ansätze kaum mehr gewürdigt werden, wenn es um die Bereitstellung von Forschungsgeldern geht. De facto sind nämlich die Getreideerträge in Deutschland trotz intensiver Züchtungsforschung in den vergangenen 20 Jahren kaum noch gestiegen. Die Ursachenforschung verweist teilweise auf klimatische Effekte; aber auch die landwirtschaftliche Praxis mit immer engeren Fruchtfolgen, reduzierter Bodenbearbeitung und dem daraus resultierenden vermehrten Druck von Krankheitserregern dürften zum Ursachenkomplex beitragen.
An den Universitäten werden die klassischen agrarischen Disziplinen abgebaut, weil vor allem in molekularen Forschungsansätzen Innovationen gesehen werden. Und dieser Trend setzt sich in den Ressortforschungseinrichtungen bis hin zu den Beratungsinstitutionen auf dem flachen Land fort. Holistische agronomische Ansätze werden also zugunsten der vermeintlich attraktiveren spezialisierten molekularen Forschung zunehmend vernachlässigt.“ (Quelle)

Es geht weiter: Maulkorbverfahren in Saarbrücken
Das Oberlandesgericht Saarbrücken hat jetzt unsere Belege zu den Betrugsvorwürfen angefordert – das Verfahren kommt also wieder ingang. Interessant: Es wird die gleiche Kammer sein wie letztes Mal am OLG. Inzwischen haben wir (der mich unterstützende Anwalt Tronje Döhmer aus Gießen und ich) dem Gericht die Liste unserer Belege zugeschickt. Der Schriftsatz ist hier anzusehen. Mal sehen, wie die KlägerInnen (Schrader, Schmidt, Rehberger) darauf reagieren, dass jetzt auch schon die Ostseezeitung über Filz, Mauscheleien, Tricks usw. bei der Fördermittelvergabe schreiben …

Andreas Sentker – Preisträger InnoPlanta 2011 (Journalist)
Er hatte Feldbefreiungen als „Terror“ bezeichnet. Seiten Jahren hetzte er als Ressortchef „Wissen“ der ZEIT gegen die KritikerInnen der Agrogentechnik. Dafür bekam er letztes Jahr den Preis für den objektivsten Journalisten im Land. Seine Dankesrede ist im Internet – und lohnt sich, anzuhören. Peinlich schon der doppelte Beginn. Erst nennt er diesen Gefälligkeitspreis eine „große Ehre“. Dann zitiert er einen Ex-Fernsehintendanten: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten.“ Danach folgt ein ideologischer Schwall pro Gentechnik. Nach Sentkers eigener Logik also ein Beweis dafür, dass er kein guter Journalist ist – was aber ohnehin klar war. Der Mitschnitt seines Vortrags …

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WEITERE NACHRICHTEN ZUM THEMA

Neue Superschädlinge auf dem Acker? Anbau von neuem ‚Gen-Mais‘ in der EU könnte Probleme bereiten
Testbiotech veröffentlichte am 26.3.2012 ein Dossier mit überraschenden Details zum Anbau des gentechnisch veränderten Mais MON88017, der ein Gift gegen Insekten produziert. Wie eine aktuelle Laboruntersuchung aus den USA zeigt, könnte dieser Mais dazu beitragen, die Ausbreitung von Fraßinsekten zu beschleunigen. Nach den Versuchsergebnissen entwickelt der sogenannte Maiswurzelbohrer nicht nur eine Resistenz gegen das Gift des gentechnisch veränderten Mais, sondern er kann gleichzeitig die Entwicklung seiner Larven beschleunigen und mehr Nachkommen produzieren. Dies würde dazu führen, dass sich der von Landwirten gefürchtete Schädling noch schneller auf den Feldern ausbreitet.

Wieder nur halbgut: Neue Pachtverträge auf Kirchenland
Das war zu lesen: „„Die Kirchenleitung hält die Folgen beim Anbau von genetisch verändertem Saat- und Pflanzengut für nicht hinreichend abschätzbar“, heißt es in dem Beschluss. In neuen Landpachtverträgen möge daher ein Zusatz aufgenommen werden, in dem es heißt: „Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Form von Saat- und Pflanzengut dürfen auf den Pachtflächen nicht ausgesät oder angepflanzt werden.“ Vorausgegangen war eine entsprechende Beschlussempfehlung des Kirchenleitungsausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit.“
Mein Kommentar: Seit Jahren – auch in Schleswig-Holstein! – weise ich darauf hin, dass die Pachtverträge so nicht schlau formuliert sind. Statt „Keine GVO auf Kirchenland“ wäre viel besser: „Nur Verpachtung an Betriebe, die INSGESAMT gentechnikfrei arbeiten“. Dass diese nirgends beachtet wird, zeigt auch, wie wenig Nicht-Eliten in diesem Land beachtet werden. Es gibt so gut wie keine Chance, aus den Kreisen der vielen Basisgruppen, unabhängigen AktivistInnen einmal Impulse in die Apparate von NGOs, Kirchen, Parteien usw. hineinzubringen. So funktioniert die Elitestruktur dieser Welt! Und das beschreibt auch einen der Hauptgründe, warum politische Arbeit oft so wirkungslos bleibt. Es sind oftmals die vermeintlich eigenen Leute, die als BremserInnen fungieren – wenn es ihnen in der Hauptsache um Fördergelder, Spenden, öffentliches Image und die eigene Rolle an den Tischen der Reichen und Mächtigen geht.
Für meine Kritik an diesen Strukturen ernte ich ja oft Kritik. Ich halte das Wegsehen für einen zentralen Fehler!

Buchvorstellung
Hanns Wienold: Leben und Sterben auf dem Lande
(2007, Westfälisches Dampfboot in Münster, 218 S.)
Es ist schon ein paar Jahre alt, aber behandelt wichtige Fragen, die auch und gerade in gentechnikkritischen Kreisen unpräzise bis manchmal falsch behandelt wird. Es geht um die Lage der BäuerInnen und Bauern in den ländlich geprägten Regionen der beiden großen Schwellenländern, aber weiterhin auch Agrarnationen Brasilien und Indien. Unter anderem wird dort Genaueres berichtet über die Selbstmordwellen in Indien und deren Hintergründe. Es ist nicht in erster Linie die Gentechnik, sondern insgesamt eine Entsozialisierung der Gesellschaft sowie die Zerschlagung einer unabhängigen und selbstbestimmt durchführbaren Landwirtschaft. Das Buch ist empfehlenswert, um die Kritik an der Gentechnik einzubetten in eine Gesamtkritik der Bedingungen im ländlichen Raum.

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ALLE TERMINE AUF EINEN BLICK

Freitag, 27. April, ab 8.30 Uhr in der Messe Köln-Deutz (Eingang Nord, Messehalle 7, Deutz-Mülheimer-Straße 111): BAYER-Hauptversammlung mit Gegenreden, -anträgen und (hoffentlich) -aktionen

27.4. bis 1.5. in der Projektwerkstatt Saasen: Gerichtete Gerichte und jubelnde Justiz?
Austausch-Treffen zu Erfahrungen vor Gericht und hinter dessen Kulissen. Eingeladen sind alle Menschen mit Gerichtserfahrungen, die ihre Ideen und Wissen weitergeben sowie von Anderen Tricks, Kniffe und Probleme erfahren wollen. Gestaltet als Open Space, eingeladen vom Laienverteidigungsnetzwerk!

5. bis 28. Mai läuft übrigens eine Fahrrad-Protesttour gegen Tierhaltungsbetriebe und die ganzen Neubauten von Schlachthöfen und Mastanlagen im Raum Celle – Braunschweig. Ich werde da auch ein Stück mitfahren, wahrscheinlich vom 6. bis 11.5. und ab ca. 16.5. Näheres …
Auf jeden Fall gibt es während der Tour einmal den Vortrag „Monsanto auf Deutsch“, also die Ton-Bilder-Schau zu den Seilschaften. Und zwar in Königshorst Nr. 1 (Tagungshaus bei Wustrow im Wendland). Die vier Programmpunkte der ersten Tage:
• So, 6.5. um 11 Uhr in Königshorst: Training „Kreativer Polizeikontakt“
• So, 6.5. um 20 Uhr in Königshorst: Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch – Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“ (zum Inhalt siehe 3.6., Ankündigung)
• Mo, 7.5., um 11 Uhr in Königshorst: Workshop „Direct Action/kreativer Widerstand“ (mit Vertiefungsworkshops an den Folgetagen, die am 7.5. vereinbart werden)
• Mo, 7.5. um 20 Uhr in Königshorst: Lesung und Diskussion „Freie Menschen in freien Vereinbarungen“

Sonntag, 13.5. östlich von Rostock an den Versuchsfelder des AgroBioTechnikums: Kritischer Spaziergänge und mehr
• 15 Uhr: Rundgang (Inspektion) an den Feldern in Sagerheide (Treffpunkt Birkenallee 10/11, d.h. am Ortseingang von der B110 aus)
• Anschließend Kaffee, Kuchen und Zeit für Fragen/Diskussion auf dem Nachbargrundstück
• 17 Uhr auf dem Grundstück Birkenallee 10/11 (bei schlechtem Wetter im Haus): Vortrag und Diskussion „Den Kopf entlasten – Kritik anti-emanzipatorischer Positionen in politischen Bewegungen“
Monsanto ist schuld. Nein, die Bilderberger. Quatsch, der Finanzkapital macht alles kaputt. Völkerrechtswidrige Kriege lehnen wir ab – demokratisch bomben ist schöner. Härtere Strafen für Nazis, Vergewaltiger und Umweltsünder. Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Mehr Kontrolle für Richter und Polizei. Leitungsnetze ausbauen für die Windenergie. Stärke des Rechts statt Recht des Stärkeren. Der Mensch ist halt ein Herdentier (oder neu: Schwarm). NPD-Verbot jetzt!
So oder ähnlich klingen viele politische Forderungen. Was sie gemeinsam haben: Sie blenden Machtebenen aus, verkürzten komplexe Herrschaftsanalysen und spielen mit den Mitteln des Populismus. Statt Menschen zu eigenständigem Denken und kritischem Hinterfragen anzuregen, wollen sie billige Zustimmung einfangen – zwecks politischer Beeinflussung, Sammeln von AnhängerInnen und WählerInnen oder auf der Suche nach dem schnöden Mammon in Form von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Auf diese Weise betreiben viele Gruppen das Geschäft derer, die an den Hebeln der Macht sitzen. Sie wollen Einzelprobleme lösen und verschärfen dabei die Ursachen von Profit, Ausbeutungen, Unterdrückung und Umweltzerstörung. Wer das Gute will, dabei aber die Befreiung der Menschen außer Acht lässt, wird schnell zur Hilfstruppe derer, die immer mehr Kontrolle und Steuerungsmittel wollen – und auch immer das Beste versprechen.
Im Vortrag (bzw. Workshop) werden Prinzipien anti-emanzipatorischer Theorien, politischer Konzepte und Welterklärungen benannt und dann Beispiele vorgestellt, über die jeweils auch kurze Debatten möglich sind.

Montag, 14. Mai 2012 um 9.30 Uhr im Amtsgericht Oschersleben: Prozess gegen den Anmelder der Demonstration gegen das InnoPlanta-Forum 2011 wegen angeblichem Verstoß gegen Auflagen

Montag, 14.5., 19 Uhr an der Uni Rostock (Raum 323 im Haus 1 Ulmencampus): Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch – Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“

Am 1. Und 2.6. gibt es in Berlin ein paar Aktionstrainings. Mehr in Kürze auf www.projektwerkstatt.de/termine.html

Sonntag, 3.6. um 13 und 16 Uhr auf dem Hoffest der Schlossimkerei Tonndorf (südlich Erfurt/Weimar): Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch – Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“

Montag, 18.6. um 11 Uhr am Verwaltungsgericht Magdeburg (Breiter Weg 203, Saal 11): Prozess wegen der Klagen gegen die Polizeimaßnahmen im Rahmen des InnoPlanta-Forums 2010 (Festnahme von zwei DemonstratInnen mit Gewahrsam)

19.-21.6. in Bernburg: DLG-Feldtage – Werben für industrielle Landwirtschaft, u.a. ein Themenzentren „Gentechnik“, „Pflanzenschutz“ (=Giftspritzen) und „Energie vom Feld“ sowie Veranstaltungen von Monsanto und anderen

Voraussichtlich am 3./4.9. in Üplingen: InnoPlanta-Forum (Liste zum Eintragen für Interessierte).

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P.S. Wie immer das Nachwort: Von der Broschüre „Organisierte Unveranwortlichkeit“ und dem Buch „Monsanto auf Deutsch“ sind noch genügend Bestände vorhanden. Bestellungen über das Infoformular auf unserer Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu, unter www.aktionsversand.de.vu oder in der Projektwerkstatt. Da andere Verlage – teilweise mit erstaunlich widerlichen Unhöflichkeiten – die brisanten Botschaften nicht verlegen wollten, wird „Monsanto auf Deutsch“ wohl erstmal die einzige Enzyklopädie der Agrogentechnik“mafia“ bleiben.
Außerdem gibt es die aktuelle Aktionszeitung „Es reicht!“. Infos auf der Bestellseite.

Und: In der Projektwerkstatt und anderen Aktionshäusern sind immer wieder Sachspenden gefragt. Auf der dieser Seite findet Ihr eine Liste. Wer was Passendes übrig hat … wir freuen uns!!!

Filz-Newsletter am 14.3.2012

Zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor „Monsanto auf Deutsch“)

Hallo!
Die Mischung macht’s: Der bunte Blumenstrauß verschiedener Aktionsformen gegen die Agrogentechnik von gentechnikfreien Zonen über Demos und Störaktionen bis zu militanten Formen (Feldbefreiungen & Co.) hat nach BASF jetzt auch KWS zum Aufgabe eigener Felder in Deutschland gebracht. Von den 2011 vorhandenen Feldern fallen damit zwei der drei Flächen außerhalb der beiden besonders gesicherten Mehrfach-Versuchsanlagen (AgroBioTechnikum mit Flächen in Sagerheide nahe Rostock und die skandalöse Propagandafarm in Üplingen) weg. In Sagerheide und Üplingen ist ein ähnliches Felderspektrum wie 2011 plus jeweils ein Tabakversuch der Uni Rostock zu erwarten. Einziges Feld mit gv-Pflanzen außerhalb der beiden Zentren könnte ein Monsanto-Rübenfeld bei Nienburg/Saale sein. Allerdings ist auch hier gleich ein Zweitfeld am AgroBioTechnikum vorgesehen.
Wie sich der Widerstand entwickelt, ist – ähnlich wie in anderen Jahren – nicht kalkulierbar. (mehr…)

Wundern über den WWF und das Wundern

Viele werden es mitbekommen haben: In der ARD lief ein Film mit Einblicken in die Seilschaften, in die der WWF verwickelt ist – auch hinsichtlich der Gentechnik. Die Nachricht lief über viele Mailinglisten, in Medien usw. Doch warum hat das überrascht? Wer glaubt eigentlich, dass in den Umweltverbänden und Bewegungsagenturen nicht schon seit Jahren die Fundraising- und Buchhaltungsabteilungen zentralen Einfluss haben? (mehr…)

Gentechnik-Prozess wg Nötigung am 11.04.2011 in Berlin

Am Montag den 11.04. findet ab 13.00 Uhr (Amtsgericht Berlin Tiergarten, Saal 768) der 1. Prozesstag gegen die Grüne-Gentechnik-Kritikerin statt, die sich im September 2009 mit einer zweiten Aktivistin 27 Stunden lang an ein Tor des Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) kettete um auf die Missstände und Verfilzungen in der grünen Gentechnik aufmerksam zu machen. (mehr…)

Hausfriedenbruchsprozess vertagt

Das Amtsgericht Tiergarten vertagte gestern nach eineinhalbstündiger Verhandlung den Prozess gegen Franziska, der vorgeworfen wird 2009 an einer Protestaktion gegen das Julius-Kühn-Institut (JKI) Berlin-Dahlem beteiligt gewesen zu sein. (mehr…)