Deutschlands größtes Versuchsfeldzentrum: Das AgroBioTechnikum bei Rostock

Der Propagandagarten in Üplingen (Börde): Schlampig gemacht, aber 50% aller Felder stehen hier!

Firmenstandorte und -felder

Drei große „Global Player“ der Agrogentechnik sind aus Deutschland und haben hier ihre Hauptfirmenstandorte.

  • BASF: Firmenstandort ist Ludwigshafen, das Agrarzentrum liegt südlich davon am Rande von Limburgerhof an der Speyerer Straße. Dort finden sich gentechnisch veränderte Kartoffeln auf dem Außengelände. Ansonsten ist BASF vor allem in Schweden tätig, aber auch in vielen anderen Ländern Europas und weltweit. Schwerpunkt sind Industrierohstoffe, z.B. die Amflora und andere Kartoffeln für die Stärkeindustrie.
  • BAYER: Hauptsitz ist Leverkusen, weitere Firmensitze im Land gestreut, u.a. groß in Wuppertal. Versuchsfelder hat BAYER vor allem in Spanien und weltweit verteilt. Schwerpunkte sind Pharma und Agro-Anwendungen, z.B. die Kombination des Spritzmittels Liberty mit gv-Pflanzen (daher z.B. der Name LL601-Reis für Liberty Link)
  • KWS: Hauptsitz ist Einbeck, weitere Firmensitze im Land gestreut, z.B. Dreileben (Börde). gv-Felder liegen in Wetze (Northeim) und auf den Flächen von AgroBioTechnikum und BioTechFarm. Schwerpunkt: Saatgut für die Landwirtschaft, z.Zt. vor allem Mais und Rüben.

Die US-amerikanische Firma Monsanto hat ihre Deutschlandfiliale in Düsseldorf und einzelne Felder im Land verteilt (2011 ein Rübenfeld in Nienburg/Saale).

Die Firma Pioneer gehört zu DuPont und hat ihren Deutschlandsitz in Buxtehude. Gentechnisch veränderter Mais der Firma steht an der BioTechFarm in Üplingen und auf dem AgroBioTechnikum.

  • Infoseite zu den Agrogentechnik-Konzernen in Deutschland

Hauptstadt mit Parteienfilz, Lobbyisten, Genehmigungsbehörde und dubiosen Gremien

Maßgeblich beteiligt an der Genhmigungspraxis ist die Politik – insbesondere das Bildungsministerium für Bildung und Forschung unter Ministerin Annette Schavan.
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Besonders zentral in der Kritik ist die Genhmigungsbehörde für alle gentechnischen Versuche in Deutschland – das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Bisher wurden alle Anträge auf Genversuchsfelder durchgewunken. Hingegen durften interessierte BürgerInnen lange und unter fadenscheinigen Vorwänden (kein Tisch vorhanden – zuviel Aufwand) nicht in die Akten einsehen. Kein Wunder: langjähriger Leiter der Gentechnikabteilung Dr. Hans-Jörg Buhk und sein Stellvertreter Detlef Bartsch sind bekennende Gentechnik-Beführworter.
BVL1 BVL2

Im BVL wird die Arbeit der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) verwaltet. Die soll eigentlich unabhängig die Gefährlichkeit der Felder einschätzen. Tatsächlich winken aber auch hier VersuchsleiterInnen, Firmenangehörige und glühende Gentechnikfans gegenseitig ihre Felder durch.

  • Infoseite zu den zuständigen Behörden in Berlin und anderswo

Interessant ist sicher auch der neugegründete Bio-Ökonomie-Rat, der aus den Führungsriegen der Gentechnikfirmen besetzt ist. (Das Gelände wir nebenbei auch von Atomforum benutzt.)
Bio-Oekonomie-Rat1 Bio-Oekonomierat 2

In Berlin haben zudem alle Parteien des Bundestages ihren Sitz. Und alle haben allerhand Skandale auf dem Kerbholz – von den offen die Gentechnik vorantreibenden FDPlerInnen und CDUlerInnen bis zur peinlichen Realpolitik von Renate Künast, die in ihrer Amtszeit in ihrem Ministerium Genfelder anlegen und das ihr unterstehende BVL alle weiteren Anträge auf Felder durchwinken ließ.

  • Mehr Infos zu den Standorten und den Hintergründen
  • Infoseite zu den Parteien und ihrer Haltung zur Agrogentechnik

Weitere Standorte

Das ehemalige Gelände der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) an der Bundesallee in Braunschweig wird für Versuche der RWTH Aachen und der bundeseigenen Institute vTI und JKI genutzt. 2011 aber ist Pause, neue Felder sind aber geplant.

Die Hauptgentechnik-Abteilungen des Julius-Kühn-Instituts (JKI) sitzen am Hauptsitz in Quedlinburg.

Riskante Versuchsfelder gab es bis 2008 direkt neben der Saatgutbank in Gatersleben. Jetzt hat das dortige IPK Verträge geschlossen, um die Flächen von BioTechFarm und AgroBioTechnikum mitnutzen zu können. Auf dem IPK sitzen weiter etliche Agrogentechnikfirmen, z.B. SunGene (gehört BASF) und zwei BioParks. Hier ist auch das Büro des Lobbyverbandes InnoPlanta.

Nicht zu vergessen sind die Universitäten. Besonders auffällig und immer wieder mit Versuchsfelder in der Landschaft sind die RWTH Aachen (Biologie), die JLU Gießen (Agrarwissenschaften) und die Uni Rostock (Agrarwissenschaften). Etliche ProfessorInnen der letzteren sind gemeinsam GesellschafterInnen des Firmenverbundes BioOK.
Das Geld für die Unis stammt im wesentlichen aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Programm der Bundesregierung zu BioSicherheit. Die Geldvergabe zu Letzterem mach das Forschungszentrum (PTJ) in Jülich.