Die Lage an den drei verbliebenen Genversuchsfeldern

Am 24. Juli 2012 besuchte ein Filmteam die drei Felder. Hier das Ergebnis:

Feld Monsanto-Rüben Nienburg-Gerbitz:

  • Weiterhin bewacht
  • völlig ver“un“krautet (Melde usw.)
  • Laut Aussage der Bauern auf Nachbarfeldern seit langem niemand mehr auf dem Feld

Bewertung: Wahrscheinlich ist, dass das Feld entweder zerstört ist oder nie eines war (Verdacht besteht seit einiger Zeit, dass dieses Feld 2012 und auch schon 2011 nur simuliert wurde)

Feld BASF-Kartoffeln Baalberge:

  • Hier kursiert ein BekennerInnenbrief der Zerstörung (ca. 1 Monat alt).

    Das oben benannte BekennerInnen-Schreiben zu Baalberge (erreichte uns anonym):
    „In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli haben wir ein Feld mit gentechnisch veränderten Kartoffeln des Chemiekonzerns BASF bei Bernburg (Sachsen-Anhalt) teilweise zerstört. Damit wurde einem der gegenwärtig letzten drei Versuche in Deutschland, eine pseudo-wissenschaftliche Legitimation für die Gentechnik zu schaffen, ein Strich durch die Rechnung gemacht.
    Das massive Auskreuzungsrisiko des Versuchsfeldes rechtfertigte unsere rabiate, aber effektive Methode des gezielten Einsatzes von Pflanzengift. Die bekannten Gefahren der genetischen Manipulation reichen für eine bedingungslose Ablehnung dieser Technologie vollkommen aus. Weitere Erforschung auf diesem Feld ist schlicht unnötig und angesichts der Risiken für die Artenvielfalt, die sie unabdingbar mit sich bringt, durch direkte Aktionen zu verhindern.
    Die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen wird durch einen verantwortungslosen Filz von Wissenschaft, Politik und Konzernen durchgeführt und findet in einem knallhart kapitalorientierten Kontext statt. Die schönen Versprechungen, die dabei schamlos und ständig abgegeben werden, finden keinerlei Entsprechung in der Wirklichkeit. Die propagierte Lösung der Hungerproblematik durch Gentechnik wird nicht nur nicht erreicht, sondern in die entfernteste Zukunft verschoben. Tatsächlich nehmen Landgrabbing, Vertreibung und Vergiftung von Bäuer*innen und Arbeiter*innen gerade dort zu, wo genetisch manipulierte Monokulturen entstehen und mit Totalherbiziden gespritzt werden. Die Patente auf Saatgut treiben die
    Produzierenden in völlige Abhängigkeit der Konzerne. Und eine Koexistenz von kleinbäuerlichen Strukturen und Gentech-Landwirtschaft ist aufgrund der expansiven Tendenz der letzteren langfristig unmöglich. Profitieren können in dieser Dynamik also niemals die H
    ungernden, niemals die Marginalisierten, sondern ausschließlich die Konzerne und ihre Lobbyist*innen.
    Widerstand gegen diese Verhältnisse lohnt sich – immer und überall! Deutschland ist beinahe frei von Gentech-Feldern. Doch auch weiterhin gilt es, in Solidarität mit Subsistenzwirtschaftenden, Kleinbäuer*innen, von Vertreibung Betroffenen und Umweltaktivist*innen weltweit aktiv zu bleiben!“

  • Vor Ort ließen sich aber keine Beschädigungen erkennen.
  • Feld wird bewacht.

Bewertung: Das Feld steht noch, zumindest weitgehend. Wenn der BekennerInnenbrief echt ist, war das wohl eher ein Versuch der Feldbefreiung mit eher Null-Wirkung.

Feld BASF-Kartoffeln Gatersleben

  • Liegt auf dem eingezäunten IPK-Gelände (wo auch das InnoPlanta-Forum stattfinden soll)
  • Überwachung durch gleiche Kamera-/Wärmebildausstattung wie 2008 bei Genweizenfeld plus Wachperson
  • Klar erkennbar 100% zerstört (alle Kartoffeln gleichmäßig braun), mit Teleobjektiv gefilmt
  • an IPK-Pforte wurde dem Kamerateam trotzdem gesagt, dass das Feld bestens wachse und unbeschädigt sei.

Bewertung: Das Ding ist tot. Die Aussage am Eingang zeigt, das das Verschweigen die Strategie ist.