Archiv für September 2011

Gentechnikkritikerin braucht Unterstützung

Manche Aktionen wie beispielsweise Feldbefreiungen und Feldbesetzungen können direkt Sand im Getriebe der Gentechnikprofiteure sein. Genauso wichtig können aber immer wieder vielzählige kleinere und symbolischere Aktionen sein, um die Debatte über bestimmte Themen anzuheizen. Häufig erst der so entstandene öffentliche Druck neue Entscheidungen gegen die einflussreiche Gentechniklobby. Erst kürzlich entschied der EuGH, dass Honig, der mit gentechnisch veränderten Pollen verunreinigt wurde, nicht verkehrsfähig sei. Damit steht geschädigten Imkern ersmals Schadensersatz zu. Solchen Entscheidungen sind stets vielzählige kleine Veranstaltungen und Aktionen, getragen vom Engagement vieler einzelner Menschen vorausgegangen.

Kinderschminken am Ökomarkt Straßentheater: Kontrolle über's Essen

Ankettaktion vor dem BMBF Demo am Forschungsministerium

In einem solchen Kontext ist auch der Versuch einer Kletteraktion während der Gentechnikaktionstage von 2009 zu sehen. Damals versuchten zwei Aktivistinnen auf dem öffentlich zugänglichen Gelände des JKI (Gentechnikinstitut in Berlin-Dahlem) ein Transparent anzubringen. Dies wurde durch den Pförtner des Institutes unterbunden und den Kletterinnen und ihren Begleitpersonen wurde Hausfriedensbruch vorgeworfen.

Mittlerweile sind die Verfahren gegen die beiden Kletteraktivist_innen und weitere Aktionsbeteiligte eingestellt. Nur gegen Unterstützerin Franziska, die das ganze lediglich vom Boden aus beobachtete, wird weiter prozessiert (Prozesstermin am 29.September). In den polizeilichen Ermittlungsakten findet sich neben einer namentlichen Auflistung ihrer Freiburger Mitbewohner_innen mehrfach der Vermerk, Franziska hätte eine am Tag vor der Aktion durchgeführte Demonstration gegen Gentechnik angemeldet.

Hier soll offensichtlich eine Person für ihr Engagement gegen die Gentechnik bestraft werden. Bitte helft mit dem entgegenzuwirken! (mehr…)

Geländespiel in Üplingen

Zwei reiche Tage mit viel Sonne, Menschen und Gesprächen. Und mit spannendem Geländespiel. Damit man die beiden Parteien gut unterscheiden kann, ist die eine bunt gekleidet, die andere hingegen ganz in schwarz.

Schwarz muß immer aufpassen, daß Bunt nicht über die Straße läuft.

Unterscheiden kann man anfangs die beiden Parteien auch gut am Gesichtsausdruck, denn die Schwarzen schauen durchweg ziemlich grimmig; und je jünger, umso grimmiger.

Die Geländespiel-Regeln sind ziemlich kompliziert: Schwarz muß immer in einer breiten Reihe in der Mitte der Straße stehen und fast immer schweigen,
Bunt darf hin- und herlaufen, darf sogar schwarze Klamotten tragen (schwarz darf aber keine bunten Sachen anhaben) …


… darg Geige spielen …

… und Trompete blasen, Sprüche machen, lesen, gegen Hunger und Patente demonstrieren,


gegen Hunger sich was zu essen holen, mit den Kindern spielen, Bilder malen und singen und rufen.

Aber Bunt darf nicht auf Laternen klettern, um große gemalte Plakate festzumachen. Deshalb hat Bunt sechs 3-m-Stahlrohre mitgebracht, die zu drei 6-m-Stangen verschraubt und mit fester Kordel zu einem Dreibein (Tripod) verknotet werden:
An diesem standfesten Gestell …

Üplingen 2011, Dreibein

… kann Bunt ein großes Plakat aufhängen.

Üplingen 2011, Dreibein

Bunt darf immer nur auf der einen Straßenseite sein. Wenn welche von ihnen nach drüben laufen, müssen mehrere von Schwarz hinterherlaufen und die wieder zurückbringen und noch grimmiger gucken als vorher.

An ihren schwarzen Gürteln haben sie Sachen, über die auch Kinder sich freuen, wenn sie Räuber und Polizei spielen wollen: Handschellen, Funkgerät, Pistole, Pfefferspray und so, und sie haben ein Tonband eingebaut, was in regelmäßigen Abständen sagt: „Bitte gehen Sie von der Straße.“ Und Schwarz muß dann immer die schwarzen, blanken Autos und den weißen Reisebus vorbeilassen. (mehr…)

Prozess gegen Gentechnikkritikerin

Im September 2009 fanden in Berlin (sowie in der Magdeburger Börde und in Rostock) Gentechnikaktionstage statt, bei denen es darum ging, Geflechte zwischen Gentech-Industrie, Politik und Behörden deutlich zu machen. Um aufzuzeigen, wie Akteur_innen der Gentechnik ihre eigenen Versuche genehmigen und öffentliche Gelder abgreifen bzw. dafür sorgen, dass Behörden in ihrem Sinne entscheiden, fanden Aktionen und öffentliche Veranstaltungen (wie beispielsweise die Kooperation mit einem Biomarkt) statt.

Franziska am BundestagIm Rahmen dieser Aktionstage wollten zwei Aktivistinnen ein Transparent am Julius-Kühn-Institut (Gentechnikbehörde in Berlin-Dahlem) aufhängen (siehe hier). Einer weiteren Gentechnikgegnerin wird vorgeworfen, ebenfalls an Protestaktion beteiligt gewesen zu sein und das Aufhängen des Banners vom Boden aus beobachtet zu haben. Franziska wurde des Hausfriedensbruchs beschuldigt und muss sich nun – nachdem sie gegen einen Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro Einspruch eingelegt hat – vor Gericht verteidigen. (mehr…)