Wundern über den WWF und das Wundern

Viele werden es mitbekommen haben: In der ARD lief ein Film mit Einblicken in die Seilschaften, in die der WWF verwickelt ist – auch hinsichtlich der Gentechnik. Die Nachricht lief über viele Mailinglisten, in Medien usw. Doch warum hat das überrascht? Wer glaubt eigentlich, dass in den Umweltverbänden und Bewegungsagenturen nicht schon seit Jahren die Fundraising- und Buchhaltungsabteilungen zentralen Einfluss haben? Vor kurzem erschien „Ende der Märchenstunde“ und bot eigentlich genug Einblicke, um nicht mehr an die Märchen der Unabhängigkeit von Umweltverbänden usw. zu glauben. Ich habe vor über 10 Jahren schon Bücher veröffentlicht zu der hohen Verflochtenheit der Verbände mit Parteien, Konzernen, aber auch mit rechten und esoterischen Gruppen. Offenbar hat das niemanden interessiert. Auch in meinem Buch „Monsanto auf Deutsch“ habe ich ein Kapitel den Umweltverbänden gewidmet – weil es unfair wäre, nur die Gegenseite der Seilschaften und Profitorientierung zu bezichtigen. Ich habe Kritik einstecken müssen dafür, dass ich solche unangenehmen Nachrichten benannt hätte (niemand hat aber bestritten, dass sie stimmen). Ist es jetzt wieder Monsanto, das so reizt? Das WWF, aber auch BUND, Nabu (z.B. über Spendenwaschanlagen) von Daimler, Lufthansa, VW usw. gesponsort werden, stört seit Jahren und Jahrzehnten niemand. Warum ist jetzt plötzlich „bäh“, wo alle seit Jahren weggucken?
Es gibt keinen Grund zu Verallgemeinerung, dass überall nur Profitdenken herrscht. Aber es gibt auch keinen Grund, Umweltverbände und Bewegungsagenturen nur deshalb durch rosarote Brillen zu betrachten, weil sie vermeintlich das Gleiche wollen. Insbesondere ihre geldabhängigen Zentralen sind sehr anfällig für die Verlockungen des Sponsorings und der Orientierung auf Staatsgeldquellen (mehr unter www.projektwerkstatt.de/aes)