Brisantes Buch über Seilschaften der Agro-Gentechnik!

Autor vollendete das Werk im Gießener Gefängnis

Seit Anfang 2011 ist das neue Buch des Gentechnikkritikers Jörg Bergstedt erschienen. Es trägt den Titel „Monsanto auf Deutsch“ und zeigt damit bereits den Widerspruch. In Deutschland wird zur Agro-Gentechnik vor allem über den US-amerikanischen Konzern geredet. Blicke hinter die Kulissen der deutschen Akteure, immerhin drei Global Player und viele Kleinfirmen, fehlten bislang. Dieses Loch schrieb das 240 Seiten füllende Buch mit seinen Informationen über Personen, Organisationen, Behörden, Lobbytätigkeit, Geldflüsse und konkreten Beispielen. Zu allem finden sich präzise Quellenangaben – insgesamt ca. 2000! Seite für Seite erfolgt ein tiefer Blick in die Seilschaften der Agro-Gentechnik – das Buch ist wie eine Enzyklopädie der Akteure und Machenschaften.
Die ersten Kapitel drehen sich um die Verflechtungen zwischen Behörden, Firmen, Lobbyvereinen, PR-Agenturen und WissenschaftlerInnen. Immer wieder ziehen die gleichen Personen in verschiedenen Funktionen an den Strippen, zwischen allen Beteiligten besteht ein enges Geflecht, in dem sowohl Genehmigungsbehörden wie auch Geldgeber voll mitspielen: Noch nie ist ein Feldversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland abgelehnt worden. Staatliche Mittel schmieren den Betrieb. Dabei wird belogen und betrogen, was das Zeug hält. Dieser Beschreibung der Netzwerke fügt Autor Jörg Bergstedt einen zweiten Teil an. Nun werden an konkreten Fragestellungen die Strategien der Gentechnikbranche dargestellt: Ihre Propaganda und was davon zu halten ist. Das Spiel mit der Koexistenz. Die Repression gegen KritikerInnen. Hinzu kommt ein Kapitel über ein konkretes Feld: Betrug, Fälschungen und Schlampereien sind die Realität draußen, wo die Pflanzen stehen. Über 2000 Quellenangaben und ein präzises Stichwort- und Personenverzeichnis machen das Buch zu einem Lexikon der Agro-Gentechniknetzwerke. Eine erschreckende Sammlung, die Wut macht.

Zur Entstehungsgeschichte:

Schon die 32-seitige Broschüre „Organisierte Unverantwortlichkeit“ machte Wirbel. Erschienen erstmals im Juni 2009, deckte sie den Filz zwischen Firmen, Behörden, Lobbyverbänden und Wissenschaft in der Agro-Gentechnik auf. Die erste Auflage von 50.000 Readern war nach zwei Monaten vergriffen, zwei weitere Auflagen wurden inzwischen gedruckt und verteilt. Einige der Angegriffenen, deren Machenschaften in der Broschüre dargestellt wurden, versuchten über ihnen bekannte Gerichte die Kritik zu verbieten. Was anfangs gelangt, wurde zum Eigentor: Am 25. August 2010 erklärte das Oberlandesgericht in Saarbrücken die gesamten Enthüllungen für rechtmäßig.
Nun folgt der Broschüre ein dickes Buch – die gesammelten Recherchen des Gentechnikaktivisten Jörg Bergstedt.
Vollenden musste er das Werk im Gießener Gefängnis. Denn dort sitzt der Autor bis zum 22.3.2011 wegen der Verurteilung aufgrund einer Feldbefreiung in Gießen.

Zum Autor:

Jörg Bergstedt ist Aktivist. Das betont er immer wieder: „Am Schreibtisch schlau daher reden und Spendengelder oder Titel zu sammeln, ist zu wenig“. Aber er will wissen, was er kritisiert. Seine Blicke hinter die Kulissen waren schon bei früheren Aktionen seinen GegnerInnen ein Graus. Hessens damaliger Innenminister und heutiger Ministerpräsident ließ den unbequemen Aktivisten zusammen mit Polizei und Justiz ins Gefängnis werden. Die Straftaten dazu hatten sie erfunden. Doch Bergstedt nahm die Herausforderung an und veröffentlichte zahlreiche präzise recherchierte Fälle aus Polizei und Justiz, zusammengestellt in seinem Buch „Tatort Gutfleischstraße. Die Fiesen Tricks von Polizei und Justiz“. Seit 2006 widmete er ein Augenmerk zum zweiten Mal der Agro-Gentechnik. Neben Feldbesetzungen und Feldbefreiungen begann er Recherchen. Entsetzt über die seltsamen Schwerpunktsetzungen bei Grünen und Umweltverbänden, die mit Risikodebatten vor allem WählerInnen und SpenderInnen sammelten, aber bei Aktionen und Kritiken meist nur die US-amerikanische Firma Monsanto bedachten, die deutschen Gentechnikkonzerne aber verschonten, begann er, die Geflechte der deutschen Agro-Gentechnik zu untersuchen. Seine erste Veröffentlichung dazu wurde zu einer der weit verteilsten Kritikschriften zu Agro-Gentechnik in Deutschland: „Die zentralen Apparate von Umweltverbänden und Parteien wollten von der Broschüre gar nichts wissen, aber in den Basisgruppen war sie wichtig“, erinnert sich der Autor. Nun legt er nach und hat seine sämtlichen Rechercheergebnisse zu einem umfangreichen Buch zusammengefügt.
Ob er wieder Angst hat, vor Gericht gezerrt zu werden? Jörg Bergstedt hält das für wahrscheinlich: „Es gibt genügend käufliche RichterInnen und StaatsanwältInnen in diesem Land, die alles verteidigen, was Geld und Macht bringt“. Aber Angst hat er dafür nicht: „Sollen sie doch. Wenn Uwe Schrader Greenpeace öffentlich zum Dialog auffordert und mir das Maul verbieten will, sagt er deutlich, vor welchen Wahrheiten er sich fürchtet“. Bergstedt will mit seinem Buch die Debatte um die Hintergründe, die Machtpotentiale der Technik und das politische Geschachere stärken: „Wir dürfen nicht immer nur über Risiken reden, sonst ebnen wir denen, die ihre Produkt- und Methodenentwicklung als Risikoforschung verschleiern, selbst den Weg“.

Jörg Bergstedt
Monsanto auf Deutsch
Seilschaften der Agro-Gentechnik zwischen Firmen, Behörden, Lobbyverbänden und Forschung – von Aachen bis Rostock
Großformat, 240 Seiten, 18 Euro (Rabatte für Sammelbestellungen!)
ISBN 978-3-86747-043-8

Infoseiten zum Thema: www.biotech-seilschaften.de.vu

Und darum geht es im Buch:

Kapitel 1: Das Geflecht in fünf Teilen und die Steigerungen

Kapitel 2 bis 6: Die fünf Teile der Seilschaften
– Firmen
– Behörden
– Forschung
– Lobbyverbände
– Parteien

Kapitel 7 bis 10: Besondere Blickwinkel
– Ballungszentren und Knotenpunkte
– Propaganda und Wirklichkeit der Agro-Gentechnik
– Die Jahrhundert-Lüge: Koexistenz
– Können sie Landwirtschaft? Ein Feld im Visier

Kapitel 11 und 12: Repression
– Der Staat und sein Schwert I: Maulkörbe
– Der Staat und sein Schwert II: Wegsperren

Kapitel 13: Zahme und lahme Gentechnikkritik

Kontakt zum Autor:
joerg@projektwerkstatt.de
Projektwerkstatt, Tel. 06401/903283

Bestellungen über den Verlag SeitenHieb (www.seitenhieb.info) per Mail an bestellung@seitenhieb.info oder Fax 0700/73483644


2 Antworten auf „Brisantes Buch über Seilschaften der Agro-Gentechnik!“


  1. 1 Wiedemann 01. Mai 2011 um 11:39 Uhr

    Dieses Thema ist ein brisantes Machwerk, welches neben viele noch anderen Themen- wie Gesundheitswesen – Unwesen- Verbrechen an die Menscheheit, sowie Gegenwärtig die Pharmazie unterstützt von der GmbH Regierung. Die Entmenschung in seiner Würde und dem Recht auf ein Harmonisches und Schöpferischen Leben, als Einzelperson,
    Familie, Gruppen und Gemeinschaften aller Schattierungen sowie mit allen Völkern,

  2. 2 Wiedemann 01. Mai 2011 um 12:29 Uhr

    Doch sehe auch Möglichenkeiten, in der Großen Zyklischen Zeit der Veränderungen,die Bündelungen von positiven Menschen,auf friedliche Art,Kräfte zubündeln wie es jetzt in den uns gegeben.
    Möglichkeiten, wie Internet, so Schädlich sie auch sind Handy`s
    für schnelle Informationen,zur Organisierung öffentlichen Maßnahmen in der Öffentlichkeit. Aufklärung der Menschen, über Schädliche Lebesmittel, was auch schon erfolgt, doch erweitert werden muß. Es ist ein „MUß“,die Menschen zu befähigen, das sie Bewust hinschauen und Erkennen Lernen welche Produkte für sie unbedenklich sind und welche er meiden muß. Besonders Achtsam sein,gegenüber Gesundheitswesen, Apoteken, Lebenmittelindustrie. Das sind so spontan, meine inneren BILDER die vor meinen Augen Wahrnehme, als auch in meinem Herzen
    das die Menschheit erkennt das diese „GROßE ZYKLISCHE VERÄNDERUNG“, unvermeidlich ist. Es große Verluste geben wird,
    und die Menschheit in der Lage ist, Infolge der Bewusstwerdung,
    ihre Ängste Umpolen,in unumstößliches positiefen Denken und Handel.Je nach Anzahl der Menschen,ist es möglich das „Morphogenetische Feld“ nach Prof. Scheldrak
    das unsere Erde Umfaßt,das Negative im Morphogenetische Feld sich umwandelt in das Positive. Es giebt noch vieles, dazu zu sagen. Die Angst, ist immer ein schlechter Berater!
    Mit freundliche Grüßen W.W,

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.