Archiv für März 2011

Hausfriedenbruchsprozess vertagt

Das Amtsgericht Tiergarten vertagte gestern nach eineinhalbstündiger Verhandlung den Prozess gegen Franziska, der vorgeworfen wird 2009 an einer Protestaktion gegen das Julius-Kühn-Institut (JKI) Berlin-Dahlem beteiligt gewesen zu sein. (mehr…)

Soli-Faxen :)

Morgen steht Franziska vor Gericht. Ihr wird Hausfriedensbruch vorgeworfen, weil sie auf dem öffentlich zugänglichem Gelände des Julius-Kühn-Instituts in Berlin beobachtete wie zwei Klettererinnen versuchten ein Transparent aufzuspannen. Aus einem „Nein, Sie dürfen jetzt nicht gehen, Sie bleiben hier!“, der Polizei machte das Gericht im Strafbefehl ein: Bild von Franziska beim Guerilla-Picknick„Sie werden angeklagt in das befriedetet Besitztum eines anderen widerrechtlich eingedrungen zu sein und sich hieraus auf die Aufforderung des Berechtigten nicht entfernt zu haben.“

Ein Vorgehen das uns nicht überrascht – schließlich ist das nicht das erste Mal, dass die Justiz völlig willkürlich aggiert um politische Menschen zu kriminalisieren. Aus der Akte geht hervor, dass sich das Gericht unter anderem dafür interessierte, dass Franziska für den Tag nach der Aktion zuvor eine Demonstration angemeldet hatte. Aber das Wort Gesinnungsjustiz wäre vermutlich ein böser Vorwurf, der stark zurückgewiesen würde…

Wer Franziska unterstützen will, kann beispielsweise an Fax an das Gericht schicken um seiner/ihrer Verwunderung über dieses Vorgehen Ausdruck zu verleihen und oder inhaltlich zu der Kriminalisierung öffentlichkeitswirksammer Anti-Gentechnik-Proteste Stellung zu beziehen.

Wem kein Text einfällt, der/die kann diese Faxvorlage benutzen: Soli-Fax

Die Faxnummer des Gerichts lautet: 030 9014-3048

Kostenlose Faxmöglichkeiten gibt es im Internet (Anhang bis 500 KB möglich):
Freepopfax (funktioniert recht zügig, aber dicker Werberahmen drumrum)
Fax-Manager (funktioniert mit Verzögerung von ca. 30 Minuten)

Brisantes Buch über Seilschaften der Agro-Gentechnik!

Autor vollendete das Werk im Gießener Gefängnis

Seit Anfang 2011 ist das neue Buch des Gentechnikkritikers Jörg Bergstedt erschienen. Es trägt den Titel „Monsanto auf Deutsch“ und zeigt damit bereits den Widerspruch. In Deutschland wird zur Agro-Gentechnik vor allem über den US-amerikanischen Konzern geredet. Blicke hinter die Kulissen der deutschen Akteure, immerhin drei Global Player und viele Kleinfirmen, fehlten bislang. Dieses Loch schrieb das 240 Seiten füllende Buch mit seinen Informationen über Personen, Organisationen, Behörden, Lobbytätigkeit, Geldflüsse und konkreten Beispielen. Zu allem finden sich präzise Quellenangaben – insgesamt ca. 2000! Seite für Seite erfolgt ein tiefer Blick in die Seilschaften der Agro-Gentechnik – das Buch ist wie eine Enzyklopädie der Akteure und Machenschaften. (mehr…)